Beiträge von blackflag

Auflösungserklärung

Ein anstrengendes und ereignisreiches Jahr nähert sich dem Ende. Viel ist geschehen in der letzten Zeit. 2013 feierte unsere Gruppe ihr 10-jähriges Bestehen. Seitdem gab es immer wieder Hochs und Tiefs in unserer politischen Praxis.

Mehr als zehn Jahre Kampf gegen Nazistrukturen und Kapitalismus, mehr als zehn Jahre linksradikale Politik. Dazu gehören etwa das alternative Projekt „Café Bohne“, das Radioprojekt „Ara Reinickendorf“ oder die Inselrock-Festivals, die mehrmals rund 1000 junge Menschen nach Berlin-Tegel lockten. Auch bildungspolitische Arbeit haben wir in Form des Infohefts „Agit..!“ in die Tat umgesetzt, in dem wir Schüler*innen linksradikale Ansätze näher gebracht haben. Als spannende und interessante Abende mit wunderbaren Gastredner*innen und Interessierten erwiesen sich die monatlichen Infotresen, die in verschiedenen Räumen wie der Bunten Kuh, Scherer 8 oder dem Café Cralle stattfanden. Durch das Mitwirken in verschiedenen linksradikalen Bündnissen, Stadtspaziergänge oder aktive Proteste gegen die NPD in Reinickendorf konnten immer wieder Punktsiege errungen werden.

Obwohl Rassismus und soziale Ausgrenzung für uns nie ein sogenanntes Randphänomen der Gesellschaft war, stellen uns die Ausmaße und Konstanz aktueller Entwicklungen in ganz Deutschland vor eine Herausforderung, auf die wir versuchen angemessene Reaktionen zu finden.
In all diesen Jahren haben wir uns immer wieder die Zeit genommen zu hinterfragen in wie weit unsere politische Arbeit unserem Ziel, das schöne Leben zu erreichen, noch gerecht wird. Das alles verlief nicht immer konfliktfrei, viel Frust schlug sich Bahn, aber wir haben auch viel lachen können. Nach über 11 Jahren in denen wir mit wechselnder Besetzung in Reinickendorf, aber auch weit darüber hinaus aktiv waren, sind wir nun zu der Einsicht gekommen, dass wir unsere Arbeit in dieser Form nicht fortsetzen wollen und können. Unsere Lebensumstände haben sich verändert, das ein ums andere Mal erschien das Beisammensein mehr als Routine, denn als politische Praxis und die Frage, wo sich jede*r von uns sieht schlich sich immer öfter ein. Einige von uns sind bereits in anderen Kontexten aktiv, manche suchen noch, wo sie sich am besten einbringen können. Keine*r von uns will jedoch die politische Arbeit aufgeben.
So blicken wir mit einem lachenden und einem weinenden Auge ins nächste Jahr. Weinend, weil sich unsere Gruppe nun nach langjähriger Aktivität auflöst. Lachend, weil dies auch ein Neubeginn sein kann und wird.

In diesem Sinne, kämpfen wir weiter für das schöne Leben!

Aufruf Marsch für das Leben? What the Fuck!

MfdL! WTF!

Marsch für das Leben? What the Fuck!
Antifeminismus sabotieren! Für körperliche Selbstbestimmung demonstrieren! Christliche Fundamentalist_innen blockieren!

Für den 20. September 2014 mobilisiert der Bundesverband Lebensrecht (BvL) wieder zu einem »Marsch für das Leben« in Berlin. Damit will er für ein generelles Verbot von Schwangerschafts-Abbrüchen demonstrieren und etikettiert dies als »Lebensschutz«. Wie in den vergangenen Jahren wollen wir die Abtreibungs-Gegner_innen nicht ungestört ihre antifeministischen Positionen verbreiten lassen! Wir werden für körperliche Selbstbestimmung demonstrieren und anschließend den »Marsch« blockieren!

Kompletter Aufruf als PDF (92,5 kB)

Demo:
• Samstag | 20. September | 11.30 Uhr | U-Bhf. Kochstraße (U6 / M29)

Bürgerliche Kundgebung:
• Samstag | 20. September | 13.00 Uhr | Brandenburger Tor | Infos

Ermittlungsausschuss:
• Tel: 030 / 692 22 22

My Body, My Choice! Infoveranstaltung zu Schwangerschaftsabbrüchen und den „Marsch für das Leben“

Der immer noch bestehende §218 stellt grundsätzlich Abtreibung unter Strafe, eröffnet aber mit dem §219 Möglichkeiten, wie doch Straffreiheit erlangt werden kann. Die Beratung, die Frauen* aufsuchen müssen, um sich nicht strafbar zu machen, soll lt. Gesetz „dem Schutz des
ungeborenen Lebens dienen“.
In Berlin (und anderen Großstädten) rufen jährlich, wie auch in diesem Jahr (am 20.9.), radikale Abtreibungsgegner_innen zu „Märschen für das Leben“ auf, um für diesen „Schutz“ zu demonstrieren. Dabei erfahren sie immer mehr Zuspruch: Die Zahl der Teilnehmenden wächst, der Grad an Prominenz derjenigen, die ein Grußwort entrichten ebenso.
Selbst in feministischen Kontexten scheint es nicht nur keine Protestbewegung zu geben, die Auseinandersetzung mit dem Thema Abtreibung scheint für viele passé.
Dem möchten wir entgegen wirken! Zusammen mit einer Expertin und Aktivistin möchten wir den §218/9 kritisch betrachten, über die Abtreibungsdebatte informieren und über den kommenden „Marsch für des Lebens“ informieren.

Solitresen der A.I.R. im Café Cralle | 10.09.14
20 Uhr | Hochstädterstr. 10a, 13347
(U-Bhf. Leopoldplatz)
antifareinickendorf.blogsport.de whatthefuck.noblogs.org

Fest zur Umbenennung der Berliner „M.-straße“

Fest zur Umbennenung der

Am 23. August 2014, dem Internationalen Tag zur Erinnerung an den Handel mit Versklavten und an seine Abschaffung, veranstalten wir in Berlin-Mitte das 1. Fest zur Umbenennung der Berliner „M.-Straße“.

Die Verbände der Black Community fordern seit Jahren, dass der Straßenname mit der diskriminierenden Fremdbezeichnung für Schwarze Menschen verschwindet. Er geht auf Brandenburg-Preußens totgeschwiegenen Handel mit versklavten Afrikaner_innen um 1700 und auf die Verschleppung minderjähriger Schwarzer zum Dienst am Berliner Hof zurück. Die kritisierte Bezeichnung ist eng verbunden mit einer rassistischen Darstellung Schwarzer Menschen in Deutschland. Besonders deutlich wird dies in der kolonialnostalgischen Figur des servilen „Sarotti-M.“, dessen Erfinder ihren ersten Firmensitz in der Straße hatten.

Wir fordern, dass die Straße in Zukunft eine Persönlichkeit des afrikanischen Widerstands gegen Kolonialismus und Rassismus – wie zum Beispiel Nelson Mandela – ehrt. Die Umbenennung soll im Stadtraum und im gleichnamigen U-Bahnhof ausführlich erklärt und historisch kontextualisiert werden.

Berlin-Brandenburgs Deportation von fast 20 000 Kindern, Frauen und Männern in die amerikanische Plantagensklaverei sowie die Entführung so genannter „Hof- und Kammer-M.“nach Berlin dürfen nicht länger verschwiegen werden! Die Beibehaltung des Straßennamens gegen den erklärten Willen der Bezeichneten ist nicht hinnehmbar und zeugt von der anhaltenden Diskriminierung Schwarzer Menschen vor Ort!

Das Fest wird organisiert von der Aktionsgruppe M-Straße (AMS) in Kooperation mit Afrika-Rat Berlin-Brandenburg, Initiative Schwarze Menschen in Deutschland (ISD), Global Afrikan Congress, Berlin Postkolonial, AfricAvenir International, Berliner Entwicklungspolitischer Ratschlag (BER), u.a.

Kurze Rede- und Kulturbeiträge vor allem aus der Black Community sind herzlich willkommen!

Kontakt:

Aktionsgruppe M-Straße: amsberlin@riseup.net

Berlin Postkolonial: buero@berlin-postkolonial.de

Initiative Schwarze Menschen in Deutschland: isdbund@isdonline.de

Berliner Entwicklungspolitischer Ratschlag: werther@ber-ev.de

More:

web: http://decolonize-mitte.de/

fb: https://www.facebook.com/events/911908208826361/?fref=ts

Polizei stürmt Wohnung, um von Zwangsräumung bedrohte Frau in die Psychatrie einzuliefern

Zwangsräumungen verhindern - Demo

Heute morgen, den 14.07.2014, gegen 9.00 Uhr brachen ein halbes Dutzend Polizist_innen die Wohnungstür von Tina S. auf und überwältigten sie. Die Polizist_innen erklärten, daß Tina S. zwangsweise in die Psychatrie verbracht wird. Ein richterlicher Beschluß lag nicht vor, als Grund gab die Polizei Suizidgefahr an. Der Sozialpsychatrische Dienst (SPD) Wedding, der laut Polizei von der Gerichtsvollzieherin eingeschaltet wurde, war in Form einer Amtsärztin anwesend. Diese äußerte sich aber Tina S. gegenüber nicht. Weder versuchte sie die, ob des Überfalls aufgebrachte, Tina S. zu beruhigen, noch erklärte sie die Situation. Die Polizei erlaubte Tina S. weder zu telefonieren noch sich die Zähne zu putzen. (mehr…)